Sowohl-als-auch: Wo ein Trend ist, ist die Gegenströmung nicht weit

Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen. Dieser Satz, den man ohne weiteres dem ehemaligen Weltfussballer Lothar Mathäus zuschreiben könnte,  stammt von dem Physiker Werner Heisenberg. Und der hat ihn ironisch gemeint. Aber es stimmt: Das Problem mit der Zukunft ist, dass wir immer weniger Konstanten haben. Das Ende der Normalität hat begonnen, der Verlässlichkeit. Es gibt keinen Marktplatz des 21. Jahrhunderts, den man nur betreten muss und schon ist man drin.

Als der Zukunftsforscher John Naisbitt 1990 seine  Megatrends 2000 veröffentlichte, hatte er zehn neue Strömungen im Visier. Heute edieren seriöse Institute ihre Prognosen im Monatstakt und mit viel geringerer Distanz zur Gegenwart. Hermetisch lineare Weltbilder lösen sich auf und das Paradox wird zur Maxime für die Lebensführung der nächsten 10 Jahre. Wo ein Trend ist, ist die Gegenströmung nicht weit. Das eine tun, das andere nicht lassen: Die Bewohner der Zürcher Goldküste fahren Aston Martin und Smart und kaufen sowohl bei Aldi und OBI – als auch im Kaviarcafe. Und die neuen Rahmenbedingungen heissen Flüchtigkeit und Instabilität.  Atomausstieg, Griechenland-Bankrott, Kachelmann-Prozess, Steuerabkommen - ständig ist heute falsch, was gestern richtig war. Und umgekehrt. Selbst das Wort Zukunft ist dabei, seinen Ruf zu ruinieren. Denn die digitale Technik fördert keine neue Einheit, sondern die totale Zersplitterung. Die Atomisierung unserer Lebensumstände, die Auflösung der Medien und Marketinglandschaft.

Und ein zurück zum Start wie beim Monopoly ist ausgeschlossen: Die Welt hat den point of no return längst überschritten. Als Basisinnovation sprengt und verändert das Internet einfach alles. Vor allem Wirtschaft und Werbung.

Laut Bundesamt für Statistik gaben im Dezember letzten Jahres 93.4 Prozent der Bevölkerung in der Schweiz an, das Internet innerhalb von 6 Monaten mindestens einmal benutzt zu haben. 77.4 Prozent bilden den engen Nutzerkreis, die das Internet täglich oder mehrmals pro Woche benutzen. Suchmaschinen sind laut social media Studie der Fachhochschule Münster vom Juni 2011 für rund 70 Prozent der Befragten vor einer Kaufentscheidung richtungweisend. Und für über 25 Millionen Nutzer ist Google der Startpunkt ins Web: Weltweit erfolgen acht von zehn Onlinesuchen über Google,  in der Schweiz liegt die Zahl sogar noch höher. Schätzungen gehen davon aus, dass hierzulande mindestens 50 Prozent der Online-Werbegelder in Adwords fliessen. Google wirbt in der Schweiz unter anderem mit dem Onlineshop Flaschenpost, der nach eigenen Angaben aus jedem Adword-Werbefranken das Doppelte erlöst und mit 1000 Anzeigenvarianten und 500 Keywords die Kundenzahl jedes Jahr verdoppelt hat.

(Sequenzen aus dem Vortrag von Friedhelm Lammoth) 

Lesen Sie mehr
Erfahren Sie mehr über Friedhelm Lammoth


SOCIAL NETWORKS

  • Social Executives Lounge; Zürich

    22.05.2012
  • Solution Circle - „Kundendialog zwischen Digital Touch und Tante Emma Laden..." - Zürich

    24.05.2012
  • CRM Kompetenztag; Karlsruhe

    24.05.2012
  • ICSE 2012 - Internationale Konferenz für Softwareengineering; Zürich

    02.06.2012 - 09.06.2012

13.05.2012
Lead -Bild:  Firmenwerte entstehen künftig nicht mehr durch die Produktion von Gütern, sondern erst durch deren Nutzung durch Kunden. Daher ist es wichtig, Kunden schon in den...

Logo ENGINEERING MANAGEMENT SELECTION E.M.S. AG

Experten- und Marktplattformen